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== Arm, Reich, Armutsgrenze ==
 
== Arm, Reich, Armutsgrenze ==
   
Es gibt keine eindeutige, einheitliche Definition fuer Armut. In unserem Powibuch [Mensch und Politik SII] steht:
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Es gibt keine eindeutige, einheitliche Definition für Armut. In unserem Powibuch [Mensch und Politik SII] steht:
   
"Armut ist vielmehr historisch und dabei jeweils relativ im Verhältnis von 'arm' und 'reich' bestimmt."
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''"Armut ist vielmehr historisch und dabei jeweils relativ im Verhältnis von 'arm' und 'reich' bestimmt."''
   
Das heißt, Armut bzw. Reichtum kann nur relativ zum gesellschaftlichen Reichtum betrachtet werden. Beispielsweise stellt sich in Hinsicht auf die weltweite Armut in den Entwicklungsländern die Frage, ob ein "armer" Mensch in Europa als solcher bezeichnet werden kann. Da wir uns jedoch auf die BRD konzentrieren kann diese Frage vernachlässigt werden. Für diesen Text wird Armut nach dem Konzept der EU definiert.
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Das heißt, Armut bzw. Reichtum kann nur relativ zum gesellschaftlichen Reichtum betrachtet werden. Beispielsweise stellt sich in Hinsicht auf die Armut in den Entwicklungsländern die Frage, ob ein ''"armer"'' Mensch in Europa als solcher bezeichnet werden kann. Da wir uns jedoch auf die BRD konzentrieren kann diese Frage vernachlässigt werden. Für diesen Text wird Armut nach dem Konzept der EU definiert:
   
"Als Arm gelten in einer Gesellschaft diejenigen, deren Einkommen weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens beträgt. Bei einem Einkommen bis 75 Prozent wird von Niedrigeinkommen gesprochen, die Spanne von 50 bis 75 Prozent wird als 'prekärer Wohlstand' bezeichnet, da hier die Gefahr eines Abrutschens unter die Armutsgrenze gegeben ist." [M+P, S.60]
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''"Als Arm gelten in einer Gesellschaft diejenigen, deren Einkommen weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens beträgt. Bei einem Einkommen bis 75 Prozent wird von Niedrigeinkommen gesprochen, die Spanne von 50 bis 75 Prozent wird als 'prekärer Wohlstand' bezeichnet, da hier die Gefahr eines Abrutschens unter die Armutsgrenze gegeben ist."'' [1]
   
In anderen Quellen wird auch 60 Prozent als Armutsgrenze gesetzt. Weiterhin bezieht sich "Armut" in diesem Text auf monetäre Ressourcen und nicht auf Gesundheit oder Bildung.
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In anderen Quellen wird auch 60 Prozent als Armutsgrenze gesetzt. Weiterhin bezieht sich ''"Armut"'' in diesem Text auf ökonomische Armut und nicht auf Gesundheit oder Bildung.
   
== Wer ist davon betroffen ==
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== Wer ist davon betroffen? ==
   
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Ökonomische Armut belastet vor allem kinderreiche Familien und Alleinerziehende. Kinderreiche Familien müssen einerseits die höheren Ausgaben nachkommen, andererseits die Zeit für die Erziehung aufbringen. Alleinerziehende können es sich nicht leisten ihre Arbeit aufzugeben für die Erziehung. Diese Hohe Armutsrisiko stellt eine große Herausforderung an den Sozialstaat. Der Zusammenhang zwischen Arbeitslosen und Armutsrisiko ist den letzten Jahren immer deutlicher geworden. Für viele stellt sich die Frage, warum ihre Lage sich seit dem Konjunkturaufschwung nicht verbessert hat und was die Parteien gegen die Armut machen.
   
 
== Funktion des Staats ==
 
== Funktion des Staats ==
   
Eines der vier Grundprinzipien der BRD ist der Sozialstaat [Satz]. Bundesstaat, Demokratie, Rechtsstaat bilden die restlichen drei.
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Eines der vier Grundprinzipien der BRD ist der Sozialstaat. Bundesstaat, Demokratie, Rechtsstaat bilden die restlichen drei.
   
"Das Prinzip bedeutet, dass der Staat seine Bürger gegen soziale Risiken abzusichern und soziale Ungleichheit abzumildern hilft." (M+P, S. 450)
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''"Das Prinzip bedeutet, dass der Staat seine Bürger gegen soziale Risiken abzusichern und soziale Ungleichheit abzumildern hilft."'' [2]
   
Der Staat kann auf drei Ebenen gegen soziale Ungleichheit vorgehen. Auf der untersten Ebene ist der Schutz der Armen, Programme gegen die Armut und Katastrophenhilfe. Auf der zweiten Ebene stellt der Staat eine Sozialversicherung bereit, Altersversorgung, Familienbeihilfe und Arbeitslosenversicherung. In den USA wird der Freie Markt konsequent umgesetzt, sodass jeder Mensch für seine Versorgung und Versicherung verantwortlich ist. [überprüfen] Aktiv für die Verbesserung der Gleichheit hat der Staat (die Regierung?) die Macht das Vermögen umzuverteilen. Dazu kann er beispielsweise Gesetze erlassen (Vermögenssteuer?). (M+P, S. 131)
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Der Staat kann auf drei Ebenen gegen soziale Ungleichheit vorgehen. Auf der einen Ebene ist der Schutz der Armen, Programme gegen die Armut und Katastrophenhilfe. Auf der zweiten Ebene stellt der Staat eine Sozialversicherung bereit, Altersversorgung, Familienbeihilfe und Arbeitslosenversicherung. In den USA wird der Freie Markt konsequent umgesetzt, sodass jeder Mensch für seine Versorgung und Versicherung verantwortlich ist. Aktiv für die Verbesserung der Gleichheit hat der Staat die Macht das Vermögen umzuverteilen. Dazu kann er beispielsweise Gesetze erlassen, wie die Erbschaftssteuer.
   
== Staatstheorien zur Reichtumsverteilung ==
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== Die Parteien zur Neuen Armut ==
=== Sozialisten ===
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=== Kommunisten ===
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''"Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem Forum 'Deutschland für Kinder' betont, dass die Bekämpfung von Kinderarmut alle angehe."''
=== Konservative ===
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Armut gehört selbstverständlich zu eines der Themen, die in der Politik heiß diskutiert werden. Die ausgeglichene Lösung, die sowohl dem Sozialstaat und dem Wirtschaftswachstum gerecht wird ist eine schwierige Balanceakt. Es verlangt eine Anpassung auf die sich ständig verändernden gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftliche Lage. Jede Partei meint das richtige Verhältnis zu haben. Auf der [[http://www.bundesregierung.de|Homepage der Bundesregierung]] ist unter dem Suchbegriff ''"Armut"'' nur Themen zu den Entwicklungsländern zu finden. Womöglich liegt es an der sehr unterschiedlichen Auffassung, wie man das Problem Armut lösen kann. Darum sollen die fünf im Bundestag repräsentierten Parteien im Einzelnen angeguckt werden.
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''"Sie [Eltern] erhalten zusätzlich zum Kinderzuschlag [140 Euro] das Kindergeld und gegebenenfalls Wohngeld. Mit dem Kinderzuschlag werden etwa 50.000 Kinder und ihre Familien aus dem Arbeitslosengeld II-Bezug herausgeholt."'' [3]
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=== CDU/CSU ===
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Die Argumente der CDU/CSU weshalb es immer mehr Menschen, vor allem kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche in prekärem Wohlstand leben hängt mit der Familienpolitik der letzten Rot-Grün-Regierung zusammen.
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Die ''"Junge Gruppe"'' der CDU/CSU kritisierte im Februar 2003 den Koalitionsvertrag und warf der Rot-Grünen-Regierung vor,
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''"der im Grundgesetz verankerte besondere Schutz von Ehe und Familie weiter ausgehöhlt"'' [4]
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zu haben und die
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''"Förderung von Bildung und Familie (drängendste Aufgabe der Gegenwart)"'' [5]
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zu vernachlässigen. Den Familien werde zu wenig finanzielle Unterstützung geboten. Mit 150 Euro Kindergeld könne ein Kind nicht mit Schulmaterial, Kleidung und anderen Essentiellen versorgt werden.
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Die CDU/CSU sieht auch eine Gefährdung von Arbeitsplätzen durch die Einführung einer Mindestlohn. Trotz der Empfehlung der EU-Kommission, wäre eine Mindestlohn schädigend, denn Mindestlöhne würden nicht zum Wirtschaftssystem passen. Löhne sind Preise, die für Arbeit bezahlt werden, argumentiert die CDU/CSU. Das heißt, Löhne halten das Wettbewerbsprinzip aufrecht. Bei einem Mindestlohn hätten die Menschen keine Motivation mehr zu arbeiten.
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''"Sie [die Löhne] haben einen Markt wie andere Güter auch, und es gelten im Grundsatz die Regeln von Angebot und Nachfrage."'' [6]
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Es ist nicht Aufgabe des Staates Mindestlöhne zu setzten, sondern der Gewerkschaften und Arbeitgeber, unter anderem, weil sonst mit den Mindestlöhnen Politik betrieben wird. Stattdessen will die CDU/CSU, dass die Familie und Ehe mehr unterstützt wird, dass ihnen mehr Geld zugesprochen wird. Wie die FDP hält auch die CDU/CSU eine wachstumsorientierte Wirtschaft für Sinnvoll.
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Zum Arbeitslosengeld äußerte sich die CDU/CSU:
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''"Das neue Arbeitslosengeld II (Alg II) ist auch keineswegs 'unsozial' und bedeutet auch keinen Absturz der Betroffenen in die Armut. Unser Grundgesetz verpflichtet den Staat, also die Gemeinschaft der Bürger, diejenigen zu unterstützen, die sich ohne eigenes Verschulden aus eigener Kraft nicht helfen können. Das wird derzeit mit der Arbeitslosen- und Sozialhilfe gewährleistet und künftig durch das Alg II sichergestellt. Unser Sozialstaatsprinzip gibt aber niemandem das Recht, auf Kosten der Gemeinschaft zu leben, wenn er sich selber helfen, also insbesondere arbeiten könnte."'' [...] [7]
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=== SPD ===
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''"'Es ist unwürdig für dieses Land, wenn man von acht Stunden Arbeit nicht leben kann', sagte Bürgermeister Jens Böhrnsen bei der Erstunterzeichnung des SPD- Aufrufes zur Einführung von Mindestlöhnen. Als Untergrenze für einen gesetzlichen Mindestlohn bezeichnete Böhrnsen 7,50 Euro in der Stunde."'' [8]
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Die SPD sieht außerdem die Notwendigkeit Ganztagsschule einzuführen, um die Eltern zu entlassen.
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=== FDP ===
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Nach dem zweiten Armuts- und Reichtumsbericht von 2005 sieht sich die FDP bestätigt, dass Umverteilung der Gelder seine Grenzen hat. Bei einem Sozialleistungsquote von 32.6 % [9] dürfte keine so Hohe Armut sein. Die Hohen Steuern würden Unternehmen und Verbraucher ''"hemmen"'' Geld auszugeben. Rot-Grün hat, der FDP nach. Schuld an der Verarmung der Gesellschaft, weil sie keine Vernünftige Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik geführt hatte. Schwarz-Rot mache jedoch auch keine Fortschritte.
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Hartz-IV würde die Lage nicht verbessern. Sie sei,''"nicht gut gemacht"'' worden und die Konsequenzen, acht Prozent der Deutschen würden sich als Verlierer fühlen [10], wären offensichtlich. Die FDP steht klar und offen für eine ''"wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik"'', denn sie würde Arbeitsplätze schaffen und dadurch Armut senken.
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=== Die Grünen ===
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Die Grünen sehen ein Problem, dass die derzeitige Regierung die steuerliche Absetzbarkeit von beispielsweise Kinderbetreuung erhöht. Sie argumentieren, den Sozialschwachen würde das nicht helfen, weil sie geringe Steuern zahlen. Hingegen profitieren die Mittel- und Oberschicht.
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Die Lösung der Grünen lautet, mehr Kinderbetreuung und die notwendige Infrastruktur, damit die Eltern arbeiten können. Sowohl die Betreuer als auch die Strukturen sollen qualitative verbessert werden und entgeltungsfrei bleiben. Das Konzept der Ganztagsschule soll gefördert werden und der Wechsel zu einem modernen einheitlichen Schulsystem vollzogen werden. Besonderer Schwerpunkt muss auch auf die deutsche Sprache gesetzt werden. Auch um der Kinderarmut entgegenzuwirken, sollen ihre Rechte im Grundgesetz aufgenommen werden.
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Es soll nicht dabei bleiben, dass Arbeitende arm bleiben. Deshalb muss gewährleistet werden, dass ALG-II-EmpfaengerInnen die Möglichkeit kriegen mehr zu verdienen. Vom Staat kann Unterstützung erhöht werden, in dem mehr ALG-II ausgegeben wird, damit die EmpfaengerInnen nicht am Existenzminimum hängen, sondern auch davon leben können. Insbesondere Frauen mit Kindern würde das zugute kommen. Die Grünen verlangen auch, dass Manager ihre Gehälter offen legen und Einschränkungen in Bezug auf ihre Position erhalten.
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=== Die Linkspartei ===
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Im Osten herrschen andere Verhältnisse als im Westen. Die Linkspartei sieht im Hartz-Gesetz keine adäquate Lösung für die Neuen Länder. In Mecklenburg-Vorpommern kommt auf ein Arbeitsplatz 20 Arbeitslose. Das führt dazu, dass die Jungen Menschen weg ziehen auf der Suche nach Arbeit. Das können sich die Länder nicht leisten, schon gar nicht da bereits Fachleute fehlen. Um die Armut zu lindern, schlägt die Linkspartei vor:
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''"Wir setzen uns für regional und branchenspezifisch differenzierte Mindestlohnregelungen ein, die armutsfeste Löhne gewährleisten. Wo armutsfeste, allgemein verbindliche Tarifverträge nicht zustande kommen und in tariffreien Bereichen muss es eine rechtlich verbindliche Mindestlohngrenze geben. Ihre Festlegung soll unter Beteiligung von Gewerkschaften und Arbeitgebern erfolgen. Dazu wollen wir die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen."'' [11]
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Kostenlose Schulspeisung wäre ihrer Ansicht nach eine Entlastung für viele Familien am Rand.
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=== Fußnoten & Quellen ===
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1. Mensch und Politik SII, S. 60
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2. M+P, S. 450
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3. http://www.bundesregierung.de/nn_774/Content/DE/Artikel/2006/08/2006-08-29-bekaempfung-von-kinderarmut-geht-alle-an.html
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4. Junge Gruppe: Eine Koalition gegen die Zukunft, S. 3
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5. Junge Gruppe, S. 32
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6. Röttgen: Was spricht eigentlich gegen Mindestlöhne? Gastbeitrag 'Fremde Federn' in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung - http://www.cducsu.de/section__1/subsection__5/id__1950/Meldungen.aspx
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7. Arbeitsbericht: AG Wirtschaft und Arbeit, S. 2
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8. http://www.spd.de/menu/1711528/
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9. Kolb Rede zum Armuts- und Reichtumsbericht 2005
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10. Aus einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung - http://www.fdp.de/webcom/show_article.php?wc_c=567&wc_id=1094&wc_p=1
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11. Das Recht auf eine kostenlose Schulspeisung wäre ein Anfang, um die schlimmsten Auswirkungen von Armut abzumildern. - http://sozialisten.de/presse/presseerklaerungen/view_html?zid=34263

Version vom 27. April 2007, 09:18 Uhr

Arm, Reich, Armutsgrenze

Es gibt keine eindeutige, einheitliche Definition für Armut. In unserem Powibuch [Mensch und Politik SII] steht:

"Armut ist vielmehr historisch und dabei jeweils relativ im Verhältnis von 'arm' und 'reich' bestimmt."

Das heißt, Armut bzw. Reichtum kann nur relativ zum gesellschaftlichen Reichtum betrachtet werden. Beispielsweise stellt sich in Hinsicht auf die Armut in den Entwicklungsländern die Frage, ob ein "armer" Mensch in Europa als solcher bezeichnet werden kann. Da wir uns jedoch auf die BRD konzentrieren kann diese Frage vernachlässigt werden. Für diesen Text wird Armut nach dem Konzept der EU definiert:

"Als Arm gelten in einer Gesellschaft diejenigen, deren Einkommen weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens beträgt. Bei einem Einkommen bis 75 Prozent wird von Niedrigeinkommen gesprochen, die Spanne von 50 bis 75 Prozent wird als 'prekärer Wohlstand' bezeichnet, da hier die Gefahr eines Abrutschens unter die Armutsgrenze gegeben ist." [1]

In anderen Quellen wird auch 60 Prozent als Armutsgrenze gesetzt. Weiterhin bezieht sich "Armut" in diesem Text auf ökonomische Armut und nicht auf Gesundheit oder Bildung.

Wer ist davon betroffen?

Ökonomische Armut belastet vor allem kinderreiche Familien und Alleinerziehende. Kinderreiche Familien müssen einerseits die höheren Ausgaben nachkommen, andererseits die Zeit für die Erziehung aufbringen. Alleinerziehende können es sich nicht leisten ihre Arbeit aufzugeben für die Erziehung. Diese Hohe Armutsrisiko stellt eine große Herausforderung an den Sozialstaat. Der Zusammenhang zwischen Arbeitslosen und Armutsrisiko ist den letzten Jahren immer deutlicher geworden. Für viele stellt sich die Frage, warum ihre Lage sich seit dem Konjunkturaufschwung nicht verbessert hat und was die Parteien gegen die Armut machen.

Funktion des Staats

Eines der vier Grundprinzipien der BRD ist der Sozialstaat. Bundesstaat, Demokratie, Rechtsstaat bilden die restlichen drei.

"Das Prinzip bedeutet, dass der Staat seine Bürger gegen soziale Risiken abzusichern und soziale Ungleichheit abzumildern hilft." [2]

Der Staat kann auf drei Ebenen gegen soziale Ungleichheit vorgehen. Auf der einen Ebene ist der Schutz der Armen, Programme gegen die Armut und Katastrophenhilfe. Auf der zweiten Ebene stellt der Staat eine Sozialversicherung bereit, Altersversorgung, Familienbeihilfe und Arbeitslosenversicherung. In den USA wird der Freie Markt konsequent umgesetzt, sodass jeder Mensch für seine Versorgung und Versicherung verantwortlich ist. Aktiv für die Verbesserung der Gleichheit hat der Staat die Macht das Vermögen umzuverteilen. Dazu kann er beispielsweise Gesetze erlassen, wie die Erbschaftssteuer.

Die Parteien zur Neuen Armut

"Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem Forum 'Deutschland für Kinder' betont, dass die Bekämpfung von Kinderarmut alle angehe."

Armut gehört selbstverständlich zu eines der Themen, die in der Politik heiß diskutiert werden. Die ausgeglichene Lösung, die sowohl dem Sozialstaat und dem Wirtschaftswachstum gerecht wird ist eine schwierige Balanceakt. Es verlangt eine Anpassung auf die sich ständig verändernden gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftliche Lage. Jede Partei meint das richtige Verhältnis zu haben. Auf der [der Bundesregierung] ist unter dem Suchbegriff "Armut" nur Themen zu den Entwicklungsländern zu finden. Womöglich liegt es an der sehr unterschiedlichen Auffassung, wie man das Problem Armut lösen kann. Darum sollen die fünf im Bundestag repräsentierten Parteien im Einzelnen angeguckt werden.

"Sie [Eltern] erhalten zusätzlich zum Kinderzuschlag [140 Euro] das Kindergeld und gegebenenfalls Wohngeld. Mit dem Kinderzuschlag werden etwa 50.000 Kinder und ihre Familien aus dem Arbeitslosengeld II-Bezug herausgeholt." [3]

CDU/CSU

Die Argumente der CDU/CSU weshalb es immer mehr Menschen, vor allem kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche in prekärem Wohlstand leben hängt mit der Familienpolitik der letzten Rot-Grün-Regierung zusammen.

Die "Junge Gruppe" der CDU/CSU kritisierte im Februar 2003 den Koalitionsvertrag und warf der Rot-Grünen-Regierung vor,

"der im Grundgesetz verankerte besondere Schutz von Ehe und Familie weiter ausgehöhlt" [4]

zu haben und die

"Förderung von Bildung und Familie (drängendste Aufgabe der Gegenwart)" [5]

zu vernachlässigen. Den Familien werde zu wenig finanzielle Unterstützung geboten. Mit 150 Euro Kindergeld könne ein Kind nicht mit Schulmaterial, Kleidung und anderen Essentiellen versorgt werden.

Die CDU/CSU sieht auch eine Gefährdung von Arbeitsplätzen durch die Einführung einer Mindestlohn. Trotz der Empfehlung der EU-Kommission, wäre eine Mindestlohn schädigend, denn Mindestlöhne würden nicht zum Wirtschaftssystem passen. Löhne sind Preise, die für Arbeit bezahlt werden, argumentiert die CDU/CSU. Das heißt, Löhne halten das Wettbewerbsprinzip aufrecht. Bei einem Mindestlohn hätten die Menschen keine Motivation mehr zu arbeiten.

"Sie [die Löhne] haben einen Markt wie andere Güter auch, und es gelten im Grundsatz die Regeln von Angebot und Nachfrage." [6]

Es ist nicht Aufgabe des Staates Mindestlöhne zu setzten, sondern der Gewerkschaften und Arbeitgeber, unter anderem, weil sonst mit den Mindestlöhnen Politik betrieben wird. Stattdessen will die CDU/CSU, dass die Familie und Ehe mehr unterstützt wird, dass ihnen mehr Geld zugesprochen wird. Wie die FDP hält auch die CDU/CSU eine wachstumsorientierte Wirtschaft für Sinnvoll.

Zum Arbeitslosengeld äußerte sich die CDU/CSU:

"Das neue Arbeitslosengeld II (Alg II) ist auch keineswegs 'unsozial' und bedeutet auch keinen Absturz der Betroffenen in die Armut. Unser Grundgesetz verpflichtet den Staat, also die Gemeinschaft der Bürger, diejenigen zu unterstützen, die sich ohne eigenes Verschulden aus eigener Kraft nicht helfen können. Das wird derzeit mit der Arbeitslosen- und Sozialhilfe gewährleistet und künftig durch das Alg II sichergestellt. Unser Sozialstaatsprinzip gibt aber niemandem das Recht, auf Kosten der Gemeinschaft zu leben, wenn er sich selber helfen, also insbesondere arbeiten könnte." [...] [7]

SPD

"'Es ist unwürdig für dieses Land, wenn man von acht Stunden Arbeit nicht leben kann', sagte Bürgermeister Jens Böhrnsen bei der Erstunterzeichnung des SPD- Aufrufes zur Einführung von Mindestlöhnen. Als Untergrenze für einen gesetzlichen Mindestlohn bezeichnete Böhrnsen 7,50 Euro in der Stunde." [8]

Die SPD sieht außerdem die Notwendigkeit Ganztagsschule einzuführen, um die Eltern zu entlassen.

FDP

Nach dem zweiten Armuts- und Reichtumsbericht von 2005 sieht sich die FDP bestätigt, dass Umverteilung der Gelder seine Grenzen hat. Bei einem Sozialleistungsquote von 32.6 % [9] dürfte keine so Hohe Armut sein. Die Hohen Steuern würden Unternehmen und Verbraucher "hemmen" Geld auszugeben. Rot-Grün hat, der FDP nach. Schuld an der Verarmung der Gesellschaft, weil sie keine Vernünftige Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik geführt hatte. Schwarz-Rot mache jedoch auch keine Fortschritte.

Hartz-IV würde die Lage nicht verbessern. Sie sei,"nicht gut gemacht" worden und die Konsequenzen, acht Prozent der Deutschen würden sich als Verlierer fühlen [10], wären offensichtlich. Die FDP steht klar und offen für eine "wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik", denn sie würde Arbeitsplätze schaffen und dadurch Armut senken.

Die Grünen

Die Grünen sehen ein Problem, dass die derzeitige Regierung die steuerliche Absetzbarkeit von beispielsweise Kinderbetreuung erhöht. Sie argumentieren, den Sozialschwachen würde das nicht helfen, weil sie geringe Steuern zahlen. Hingegen profitieren die Mittel- und Oberschicht.

Die Lösung der Grünen lautet, mehr Kinderbetreuung und die notwendige Infrastruktur, damit die Eltern arbeiten können. Sowohl die Betreuer als auch die Strukturen sollen qualitative verbessert werden und entgeltungsfrei bleiben. Das Konzept der Ganztagsschule soll gefördert werden und der Wechsel zu einem modernen einheitlichen Schulsystem vollzogen werden. Besonderer Schwerpunkt muss auch auf die deutsche Sprache gesetzt werden. Auch um der Kinderarmut entgegenzuwirken, sollen ihre Rechte im Grundgesetz aufgenommen werden.

Es soll nicht dabei bleiben, dass Arbeitende arm bleiben. Deshalb muss gewährleistet werden, dass ALG-II-EmpfaengerInnen die Möglichkeit kriegen mehr zu verdienen. Vom Staat kann Unterstützung erhöht werden, in dem mehr ALG-II ausgegeben wird, damit die EmpfaengerInnen nicht am Existenzminimum hängen, sondern auch davon leben können. Insbesondere Frauen mit Kindern würde das zugute kommen. Die Grünen verlangen auch, dass Manager ihre Gehälter offen legen und Einschränkungen in Bezug auf ihre Position erhalten.

Die Linkspartei

Im Osten herrschen andere Verhältnisse als im Westen. Die Linkspartei sieht im Hartz-Gesetz keine adäquate Lösung für die Neuen Länder. In Mecklenburg-Vorpommern kommt auf ein Arbeitsplatz 20 Arbeitslose. Das führt dazu, dass die Jungen Menschen weg ziehen auf der Suche nach Arbeit. Das können sich die Länder nicht leisten, schon gar nicht da bereits Fachleute fehlen. Um die Armut zu lindern, schlägt die Linkspartei vor:

"Wir setzen uns für regional und branchenspezifisch differenzierte Mindestlohnregelungen ein, die armutsfeste Löhne gewährleisten. Wo armutsfeste, allgemein verbindliche Tarifverträge nicht zustande kommen und in tariffreien Bereichen muss es eine rechtlich verbindliche Mindestlohngrenze geben. Ihre Festlegung soll unter Beteiligung von Gewerkschaften und Arbeitgebern erfolgen. Dazu wollen wir die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen." [11]

Kostenlose Schulspeisung wäre ihrer Ansicht nach eine Entlastung für viele Familien am Rand.

Fußnoten & Quellen

1. Mensch und Politik SII, S. 60

2. M+P, S. 450

3. http://www.bundesregierung.de/nn_774/Content/DE/Artikel/2006/08/2006-08-29-bekaempfung-von-kinderarmut-geht-alle-an.html

4. Junge Gruppe: Eine Koalition gegen die Zukunft, S. 3

5. Junge Gruppe, S. 32

6. Röttgen: Was spricht eigentlich gegen Mindestlöhne? Gastbeitrag 'Fremde Federn' in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung - http://www.cducsu.de/section__1/subsection__5/id__1950/Meldungen.aspx

7. Arbeitsbericht: AG Wirtschaft und Arbeit, S. 2 8. http://www.spd.de/menu/1711528/

9. Kolb Rede zum Armuts- und Reichtumsbericht 2005

10. Aus einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung - http://www.fdp.de/webcom/show_article.php?wc_c=567&wc_id=1094&wc_p=1

11. Das Recht auf eine kostenlose Schulspeisung wäre ein Anfang, um die schlimmsten Auswirkungen von Armut abzumildern. - http://sozialisten.de/presse/presseerklaerungen/view_html?zid=34263

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